🌍

Biodiversitätsverlust-Simulator

Modellieren Sie den Zusammenbruch von Ökosystemen durch Nahrungsnetzstörung und Lebensraumfragmentierung

🌍 Jetzt ausprobieren

Was ist das?

Biodiversitätsverlust ist der Rückgang der Lebensvielfalt auf der Erde — von Genen über Arten bis hin zu ganzen Ökosystemen. Arten verschwinden mit einer 100- bis 1.000-fachen Rate gegenüber dem natürlichen Hintergrund, verursacht durch Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Verschmutzung und invasive Arten. Wenn Schlüsselarten verschwinden, können ganze Nahrungsnetze in einer Kaskade von Sekundäraussterben zusammenbrechen.

Warum ist das wichtig? Ökosysteme erbringen wesentliche Leistungen — Bestäubung, Wasserreinigung, Kohlenstoffbindung und Hochwasserschutz — im Wert von Billionen Dollar jährlich. Der Verlust der Biodiversität schwächt diese Leistungen und bedroht das menschliche Wohlergehen, die Ernährungssicherheit und die Stabilität der Biosphäre.

📖 Vertiefung

Analogie 1

Stellen Sie sich ein Ökosystem als ein Jenga-Spiel vor. Jeder Holzblock ist eine Spezies. Sie können ein paar Blöcke entfernen und der Turm steht immer noch, aber einige Blöcke – die Schlusssteinarten – sind tragend. Ziehen Sie einen davon heraus und der gesamte Turm stürzt in einer Kaskade ein und reißt Dutzende anderer Blöcke mit sich. Der Verlust der Artenvielfalt ist wie ein Jenga-Spiel mit den lebenden Systemen der Erde, nur dass wir den Turm nicht wieder aufbauen können, wenn er einmal einstürzt.

Analogie 2

Stellen Sie sich ein Nahrungsnetz wie eine Streckenkarte einer Fluggesellschaft vor. Große Drehkreuzflughäfen (Keystone-Arten) verbinden Hunderte kleinerer Städte (andere Arten). Wenn ein kleiner Regionalflughafen geschlossen wird, fallen einige Strecken weg. Wenn jedoch ein wichtiger Knotenpunkt wie Chicago oder Atlanta offline geht, werden Tausende von Verbindungen gleichzeitig unterbrochen, sodass Passagiere überall festsitzen. Wenn Schlüsselarten verschwinden, löst sich das Netzwerk des Lebens auf die gleiche Weise auf – kaskadenartige Ausfälle breiten sich über das gesamte Ökosystem aus.

🎯 Simulator-Tipps

Anfänger

Klicken Sie zunächst auf „Start“ und beobachten Sie das Nahrungsnetznetzwerk – jeder Punkt ist eine Art, gefärbt nach trophischer Ebene

Mittelstufe

Fügen Sie invasive Arten hinzu und beobachten Sie, wie rote Knoten erscheinen – sie erhöhen den Aussterbedruck auf einheimische Arten

Experte

Fügen Sie Wildtierkorridore hinzu, um fragmentierte Gebiete wieder zu verbinden – beobachten Sie, wie sich der Konnektivitätsindex verbessert

📚 Glossar

Biodiversity
Vielfalt des Lebens auf genetischer, Arten- und Ökosystemebene. Auf der Erde gibt es schätzungsweise etwa 8,7 Millionen Arten.
Sixth Mass Extinction
Aktuelles vom Menschen verursachtes Aussterbeereignis mit Raten, die 100-1000x höher sind als der natürliche Hintergrund.
IUCN Red List
Globale Bewertung des Artenschutzstatus von „Least Concern“ bis „Extinct“, die mehr als 150.000 Arten umfasst.
Habitat Fragmentation
Aufteilung zusammenhängender Lebensräume in kleinere, isolierte Gebiete, wodurch die Lebensfähigkeit der Population verringert wird.
Ecosystem Services
Vorteile, die die Natur bietet: Bestäubung (235–577 Milliarden US-Dollar/Jahr), Wasserreinigung, Kohlenstoffbindung, Hochwasserschutz.
Keystone Species
Arten, deren Entfernung zu einem unverhältnismäßigen Zusammenbruch des Ökosystems führt (z. B. Seeotter, Wölfe).
30x30 Target
Internationales Ziel, bis 2030 30 % der Land- und Ozeanflächen der Erde zu schützen (Kunming-Montreal Framework).
eDNA
Umwelt-DNA – Erkennung des Vorhandenseins von Arten anhand der in Wasser oder Boden abgegebenen DNA, was die Überwachung der biologischen Vielfalt revolutioniert.
Living Planet Index
WWF-Metrik zur Verfolgung der Entwicklung der Wirbeltierpopulation – zeigt einen durchschnittlichen Rückgang von 69 % seit 1970.
Rewilding
Naturschutzansatz zur Wiederherstellung natürlicher Prozesse durch Wiedereinführung fehlender Arten und Beseitigung menschlicher Barrieren.

🏆 Schlüsselpersonen

E.O. Wilson (1992)

Harvard-Biologe, der die Naturschutzbiologie begründete und das Half-Earth-Konzept für die Artenvielfalt vorschlug

Thomas Lovejoy (1980)

Prägte „biologische Vielfalt“ und gründete das Projekt „Biological Dynamics of Forest Fragments“.

Jane Goodall (1960)

Primatologe, der über das Jane Goodall Institute den Schutz von Wildtieren mit gemeinschaftlichem Engagement verknüpfte

Stuart Pimm (1995)

Duke-Ökologe, der die globalen Aussterberaten quantifizierte und den zukünftigen Verlust der biologischen Vielfalt vorhersagte

Cristiana Pasca Palmer (2022)

Leitete die Verhandlungen zum UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt für das Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework

🎓 Lernressourcen

💬 Nachricht an Lernende

Entdecken Sie die faszinierende Welt des Biodiversitätsverlust-Trackers. Jede Entdeckung beginnt mit Neugier!

Loslegen

Kostenlos, ohne Anmeldung

Loslegen →